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Geschwisterliebe oder: Blut ist dicker als Wasser

Es ist unbestritten, dass Geschwister für die körperliche, seelische und geistige Entwicklung eines Menschen von enormer Wichtigkeit sind. In einem familiären Verbund mit vielen Kindern aufzuwachsen, gewährleistet viele Vorteile auf emotionaler Ebene wie Unterstützung, Kameradschaft und Intimität. Auch soziale Kompetenzen wie Teilen, Nachgeben, sich Durchsetzen, füreinander Einstehen oder Verantwortung übernehmen werden quasi automatisch erlernt. Kinder erfahren auf ganz natürliche Weise und ohne großartige Instruktionen von Seiten eigens ausgebildeter PädagogInnen, wie Gemeinschaft funktioniert. Ein weiterer Vorteil – für die Kinder, aber auch für die Eltern – ist, dass immer Spielkameraden zu Hause sind und dass die Kinder sich in weiten Strecken miteinander beschäftigen, ohne dass von den Erwachsenen ein Programm vorgegeben werden müsste. Erwachsene mit vielen Geschwistern schätzen vor allem, dass sich (idealerweise) familiäre Verpflichtungen wie z.B. die Pflege der Eltern auf mehrere Personen verteilen.

Herr Walter P. aus Graz erinnert sich an seine Kindheit: "Ich bin in einer riesengroßen Familie aufgewachsen, wir sind zehn Geschwister. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir jemals auch nur eine Sekunde langweilig gewesen wäre, denn bei uns war immer was los. Natürlich wurde auch gestritten, aber es haben sich immer neue Allianzen gebildet, einmal war ich mit dem oder einem anderen Bruder oder auch einer Schwester verbündet, gegen die Eltern haben wir jedenfalls immer alle zusammengehalten. Noch heute haben wir zehn Geschwister engen Kontakt miteinander und auch unsere Kinder verstehen sich gut, laden sich gegenseitig ein, hüten wechselweise ihre Kinder und helfen sich, wo immer es geht."